Was sind Scheibenmagnete?

Was sind Scheibenmagnete? Arten, Anwendungsbereiche und so wählen Sie den richtigen aus

Man nimmt einen Magneten, vertraut darauf, dass er hält – und er versagt. Ein Schrank bleibt nicht geschlossen, ein Werkzeug rutscht ab oder der Magnet rostet innerhalb weniger Wochen. Das ist die Frustration, wenn man einen Scheibenmagneten ohne Plan auswählt. Noch schlimmer: Ein zu kleiner Magnet kann ein Projekt im entscheidenden Moment zum Scheitern bringen, während ein zu starker Magnet Finger einklemmen oder bei einem Aufprall zerbrechen kann. Wer Luftspalten, Temperaturgrenzen oder Beschichtungen außer Acht lässt, macht aus einem kleinen Fehler ein großes Problem.

In dieser Anleitung finden Sie die Lösung. Als Fachmann Individuell angefertigte Scheibenmagnete Als Hersteller werde ich Ihnen erklären, was Scheibenmagnete sind, die vier Haupttypen (Neodym, Keramik, Samarium-Kobalt und Alnico) näher beleuchten, das Verhalten von Magnetfeldern erläutern und anhand eines praktischen 5-Schritte-Leitfadens zeigen, wie Sie den richtigen Magneten auswählen.

Was sind Scheibenmagnete?

Was ist ein Scheibenmagnet?

Ein Scheibenmagnet ist ein Permanentmagnet in Form einer flachen, runden Scheibe. Stellen Sie sich eine Münze vor – eine dicke. Die flachen Seiten sind breit, die Ränder hingegen dünn.

Aber nicht alle runden Magnete sind Scheibenmagnete. Dabei spielt eine bestimmte Geometrie eine Rolle.

Der Durchmesser muss größer sein als die Dicke. So lautet die Regel. Wenn die Dicke dem Durchmesser entspricht oder diesen übersteigt, handelt es sich um einen Zylindermagneten. Ein feiner Unterschied? Ja. Wichtig? Auf jeden Fall.

Die meisten Scheibenmagnete sind axial magnetisiert. Das bedeutet:

  • Eine flache, kreisförmige Fläche ist der Nordpol
  • Die gegenüberliegende, flache Seite ist der Südpol.

Mit anderen Worten: Das Magnetfeld verläuft senkrecht durch die Dicke. Nicht quer über die Kante. Nicht seitwärts. Senkrecht durch.

(Es gibt eine seltenere Variante, die sogenannten diametral magnetisierten Scheibenmagnete, bei denen sich die Pole an gegenüberliegenden, gekrümmten Kanten befinden. Dabei handelt es sich jedoch um Spezialprodukte – darauf werden wir später noch eingehen.)

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

Scheibenmagnete – Wesentliche Merkmale

Ich finde es hilfreich, die Dinge auf das Wesentliche zu reduzieren. Folgendes zeichnet einen Scheibenmagneten aus:

  • Form: Flach, rund, wie eine Münze
  • Magnetisierung: Typischerweise axial (Pole auf den großen Flächen)
  • Materialien: Neodym, Ferrit (Keramik), Samarium-Kobalt oder Alnico
  • Beschichtungen: Oft vernickelt, um Rost zu verhindern
  • Stärke: Konzentriertes Magnetfeld direkt an den Flächen

Ganz einfach, oder? Aber die Sache ist noch viel komplexer. Schauen wir uns einmal an, woraus diese Magnete eigentlich bestehen.

Die 4 Arten von Scheibenmagneten

Im Laufe der Jahre habe ich Dutzende von Magnettypen getestet. Zum Festhalten von Gegenständen, zum Befestigen von Dingen, zum Bauen kleiner Geräte. Und die Wahrheit ist: Das Material ist entscheidend.

Ein und dieselbe Scheibe kann je nach ihrem Inhalt völlig unterschiedliche Leistungsmerkmale aufweisen. Lassen Sie mich Ihnen die vier wichtigsten Akteure vorstellen.

1. Neodym-Scheibenmagnete

Neodym-Scheibenmagnete

Neodym-Magnete (NdFeB) sind die stärksten Permanentmagnete, die man kaufen kann. Punkt.

Diese Scheibenmagnete vereinen eine unglaubliche Magnetfeldstärke in einem winzigen Gehäuse. Ich spreche hier vom Zehnfachen der Stärke von Keramikmagneten gleicher Größe. Sie bestehen aus einer Legierung aus Neodym, Eisen und Bor – eine Zusammensetzung, die ein Magnetfeld erzeugt, das weitaus stärker ist als alles andere auf dem Markt.

Aber es gibt einen Haken:

Neodym ist spröde. Wenn man einen Stein auf einen harten Boden fallen lässt, kann er absplittern oder zerbrechen. Außerdem rosten sie, wenn man sie unbeschichtet in feuchter Umgebung liegen lässt. Die meisten sind mit einer dreifachen Nickel-Kupfer-Nickel-Beschichtung versehen, um Korrosion zu verhindern.

Am besten geeignet für: Motoren, Sensoren, Lautsprecher, Magnetverschlüsse und alle Anwendungen, bei denen auf engstem Raum eine hohe Zugkraft erforderlich ist.

Beispiel aus der Praxis: Vor kurzem habe ich einen winzigen 8-mm-Neodym-Scheibenmagneten verwendet, um einen versteckten Verschluss an einer Holzschachtel anzubringen. Er hielt so gut, dass ich den Deckel abschleifen musste, um die Haftkraft zu verringern. So stark sind diese Dinger eben.

2. Keramik-Scheibenmagnete (Ferrit)

Keramik-Scheibenmagnete (Ferrit)

Erinnert ihr euch noch an diese Kühlschrankmagnete als Souvenirs? Genau. Ferrit-Scheibenmagnete.

Diese bestehen aus Strontiumcarbonat und Eisenoxid. Sie sind kostengünstig, rosten nicht und sind relativ gut gegen Entmagnetisierung gewappnet. Allerdings sind sie bei weitem nicht so stark wie Neodym.

Dennoch sind sie für die richtigen Aufgaben einfach perfekt. Bastelarbeiten, Schulaufgaben, leichte Halteaufgaben – Keramik-Scheibenmagnete erledigen das, ohne das Budget zu sprengen.

Am besten geeignet für: Kühlschrankmagnete, Lehrdemonstrationen, Bastelprojekte und Anwendungen im Außenbereich, bei denen der Preis eine größere Rolle spielt als die Festigkeit.

Profi-Tipp: Wenn Sie gerade erst ein Prototyp einer Idee entwickeln, fangen Sie mit Keramikmagneten an. Die sind so günstig, dass es Ihnen nichts ausmacht, wenn mal ein paar kaputtgehen. Wechseln Sie zu Neodym-Magneten, sobald Sie das Design perfektioniert haben.

3. Samarium-Kobalt-Scheibenmagnete

Samarium-Kobalt-Scheibenmagnete

Scheibenmagnete aus Samarium-Kobalt (SmCo) sind so etwas wie die robuste Variante der Neodym-Magnete. Sie sind zwar etwas weniger leistungsstark, aber extreme Temperaturen können ihnen nichts anhaben.

Wir sprechen hier von Temperaturen von bis zu 300 °C (572 °F), ohne dass die magnetischen Eigenschaften verloren gehen. Außerdem sind sie von Natur aus korrosionsbeständig – eine Beschichtung ist nicht erforderlich.

Am besten geeignet für: Sensoren für die Automobilindustrie, Ausrüstung für die Luft- und Raumfahrt, militärische Ausrüstung sowie jede Umgebung, in der ein Neodym-Magnet überhitzen würde.

Das sind Spezialartikel. Für alltägliche Projekte brauche ich sie selten. Aber wenn Sie etwas für einen Ofen oder ein Strahltriebwerk entwerfen? Dann sind diese Artikel genau das Richtige für Sie.

4. Alnico-Scheibenmagnete

Alnico-Scheibenmagnete

Bevor Seltenerdmagnete den Markt eroberten, dominierten Alnico-Magnete die Szene. Diese aus Aluminium, Nickel und Kobalt hergestellten Scheibenmagnete sind temperaturbeständig bis zu 550 °C.

Der Nachteil? Sie entmagnetisieren sich leicht. Ein starkes Gegenmagnetfeld, ein harter Stoß – und schon verlieren sie an Kraft. Außerdem sind sie im Verhältnis zu ihrer Größe nicht so leistungsstark wie Neodym-Magnete.

Am besten geeignet für: Gitarren-Tonabnehmer, Restaurierung von Vintage-Geräten, Hochtemperatursensoren, bei denen Stabilität wichtiger ist als reine Leistung.

Ehrlich gesagt: Bei 90%-Projekten hat man die Wahl zwischen Neodym und Keramik. Die anderen kommen nur in Extremfällen zum Einsatz.

Wie funktionieren Scheibenmagnete eigentlich?

Ich werde euch nicht mit Physik überhäufen. Aber ihr müsst die Grundlagen des Magnetfelds verstehen, um Scheibenmagnete effektiv einsetzen zu können.

Stell dir eine unsichtbare Schleife vor.

Die Magnetfeldlinien treten am Nordpol aus, verlaufen bogenförmig durch die Luft und treten am Südpol wieder ein. Bei einem Scheibenmagneten befinden sich die Pole auf den großen, flachen Seiten. Daher ist das Feld genau in der Mitte dieser Seiten am stärksten.

Das bedeutet in der Praxis Folgendes:

  • Die Zugkraft konzentriert sich auf die flachen Seiten, nicht auf die Kanten.
  • Je weiter man sich von der Oberfläche entfernt, desto schneller nimmt die Feldstärke ab. Schon ein Luftspalt von 1 mm kann die Zugkraft um die Hälfte verringern.
  • Dickere Scheibenmagnete erzeugen ein stärkeres Feld, das weiter in die Tiefe reicht. Allerdings gibt es einen Punkt, ab dem der Nutzen abnimmt – ab einer bestimmten Dicke bringt eine weitere Erhöhung der Höhe kaum noch etwas.

Axiale vs. diametrische Magnetisierung

Die meisten Scheibenmagnete sind axial magnetisiert. Die Stifte befinden sich an den flachen Seiten. Wenn man sie mit den flachen Seiten aneinander legt, rasten sie ein.

Aber man kann auch diametral magnetisierte Scheibenmagnete. Hier befinden sich die Pole auf gegenüberliegenden Seiten der gekrümmten Kante. Das Magnetfeld verläuft quer zum Durchmesser und nicht durch die Dicke.

Warum ist das wichtig? Weil sich das Haftverhalten dadurch völlig ändert. Diametral magnetisierte Scheiben ziehen sich Kante an Kante an, ähnlich wie Dosen, die auf einem Tisch aneinandergerollt werden. Sie eignen sich für Drehgeber, Spezialsensoren und einzigartige Kupplungskonstruktionen.

Wichtig: Sofern nicht anders angegeben, sind alle von Ihnen gekauften Scheibenmagnete axial magnetisiert. Diametrisch magnetisierte Ausführungen sind in den meisten Fällen Sonderanfertigungen.

Anwendungen in der Praxis: Wo man Scheibenmagnete findet

Scheibermagnete sind überall zu finden. Sobald man einmal darauf achtet, sieht man sie plötzlich überall.

Bei Ihnen zu Hause

Scheibenmagnete in Ihrem Zuhause
  • Schrankverschlüsse: Dieses befriedigende Klicken, wenn sich eine Tür schließt? Ein kleiner Scheibenmagnet in einem Kunststoffgehäuse.
  • Kühlschrankmagnete: In der Regel Keramikscheiben mit einer dekorativen Abdeckung.
  • Gewichte für Duschvorhänge: Kleine Scheibenmagnete, die in den Saum eingenäht sind, sorgen dafür, dass der Vorhang an der Badewanne haftet.
  • Werkzeughalter: Magnetische Messerleisten bestehen aus Reihen von Scheibenmagneten hinter einer Edelstahlblende.

Vor kurzem habe ich einem Freund dabei geholfen, seine Werkstatt aufzuräumen. Wir haben Scheibenmagnete in eine Holzplatte eingelassen und dort Schraubenschlüssel, Zangen und Schraubendreher aufgehängt. Gesamtkosten? Unter $15. Zufriedenheit? Unbezahlbar.

Im Bereich Elektronik

Scheibenmagnete in der Elektronik

Hier leisten Scheibenmagnete echte Arbeit:

  • Referenten: Die Schwingspule wirkt mit dem Magnetfeld eines Scheibenmagneten zusammen, um die Membran zu bewegen und Schall zu erzeugen.
  • Festplatten: Winzige Scheibenmagnete positionieren den Lese-/Schreibkopf mit unglaublicher Präzision.
  • Sensoren: Positionssensoren, Geschwindigkeitssensoren, Näherungssensoren – viele davon nutzen das Magnetfeld eines Scheibenmagneten.
  • Kabelloses Laden: Manche Systeme nutzen Anordnungen von Scheibenmagneten zur Ausrichtung und Energieübertragung.

Nimm dir ein altes Paar Kopfhörer und schraube sie auf. Ich garantiere dir, dass du darin einen runden Magneten findest. Wahrscheinlich aus Neodym.

In der Industrie

Scheibenmagnete in der Industrie

Fabriken setzen stark auf Scheibenmagnete:

  • Magnetabscheider: Scheibermagnete ziehen Eisenpartikel aus Lebensmitteln, Kunststoff oder Recyclingströmen heraus.
  • Hebevorrichtungen: Große Magnetbaugruppen (in denen häufig Scheibenmagnete zum Einsatz kommen) heben Stahlbleche an.
  • Spannvorrichtungen: Bei der Bearbeitung oder beim Schweißen halten Scheibenmagnete die Werkstücke fest.
  • Motoren und Generatoren: Das rotierende Magnetfeld? Es wird häufig durch Scheibenmagnete erzeugt, die an einem Rotor angebracht sind.

Ein typisches Beispiel: Einer meiner Kunden betreibt eine kleine Fertigungslinie. Dort wurde von mechanischen Spannvorrichtungen auf magnetische Haltevorrichtungen umgestellt, bei denen hochwertige Neodym-Scheibenmagnete zum Einsatz kommen. Die Rüstzeit sank um 40%. Kein Scherz.

In der Medizin

Scheibenmagnete in der Medizin

Scheibermagnete retten sogar Leben:

  • MRT-Geräte: Dank unglaublich starker Magnetfelder (die oft von großen, scheibenförmigen Magnetbaugruppen erzeugt werden) können Ärzte ohne einen einzigen Schnitt in Ihren Körper hineinsehen.
  • Cochlea-Implantate: Winzige Scheibenmagnete halten den externen Prozessor am Schädel fest, sodass er sich leicht abnehmen und wieder anbringen lässt.
  • Gezielte Wirkstoffabgabe: Forscher nutzen magnetische Nanopartikel, die von externen Scheibenmagneten gesteuert werden, um Medikamente genau dorthin zu transportieren, wo sie benötigt werden.
  • Zahnimplantate: Bei manchen Zahnprothesen werden zur Befestigung winzige Scheibenmagnete anstelle von unpraktischen Haftmitteln verwendet.

Das klingt wie Science-Fiction. Aber es ist Realität, und Scheibenmagnete spielen dabei eine zentrale Rolle.

So wählen Sie den richtigen Scheibenmagneten aus

So wählen Sie den richtigen Scheibenmagneten aus

Als ich anfing, mit Magneten zu arbeiten, habe ich jeden nur erdenklichen Fehler gemacht. Ich habe zu schwache Magnete gekauft. Zu starke. Aus dem falschen Material. Mit einer Beschichtung, die verrostete.

Ihr müsst meine Fehler nicht wiederholen. Hier ist die genaue Vorgehensweise, die ich jetzt anwende.

Schritt 1: Legen Sie Ihre Anforderungen an die Zugkraft fest

Das ist der häufigste Fehler: einen Magneten zu kaufen, der viel zu stark (oder viel zu schwach) ist.

Hier ist meine Faustregel:

Nehmen Sie das Gewicht, das Sie halten müssen. Multiplizieren Sie es mit 5. Das ergibt Ihre minimale Nennzugkraft.

Warum? Weil die Nennzugkraft unter idealen Bedingungen gemessen wird: direkter Kontakt mit einer dicken, sauberen Stahlplatte, senkrechter Zug. Bei Ihrer Anwendung kommen Luftspalten, Scherkräfte oder dünneres Metall vor. Der Sicherheitsfaktor von 5 schützt Sie.

Wenn Sie also ein 2-Pfund-Schild halten müssen, besorgen Sie sich einen Magneten, der für eine Zugkraft von mindestens 10 Pfund ausgelegt ist.

Schritt 2: Überprüfen Sie Ihre Temperaturbedingungen

Neodym-Magnete verlieren ab einer Temperatur von 80 °C (176 °F) an Magnetkraft. Einige Hochtemperatur-Typen sind bis zu 200 °C einsetzbar, sind jedoch teurer.

Falls Ihre Anwendung Hitze ausgesetzt sein wird, beachten Sie bitte Folgendes:

  • Raumtemperatur: Jede Neodym-Sorte ist geeignet.
  • Bis zu 80 °C: Normales Neodym reicht aus.
  • 80–150 °C: Achten Sie auf hochtemperaturbeständige Neodym-Sorten (z. B. mit den Suffixen “M” oder “H”).
  • Über 150 °C: Wechseln Sie zu Samarium-Kobalt oder Alnico.

Ich habe einmal Neodym-Magnete für einen Sensor in der Nähe eines Automotors ausgewählt. Die sind durchgebrannt. Innerhalb eines Monats haben sie 30% ihrer Magnetkraft verloren. Eine teure Lektion, die ich gelernt habe.

Schritt 3: Messen Sie Ihre Platzbeschränkungen

Scheibenmagnete gibt es in Größen von 1-mm-Mikroscheiben bis hin zu massiven 100-mm-Industrieplatten. Entscheidend ist, den Durchmesser an die verfügbare Fläche anzupassen.

Denken Sie daran: Ein größerer Durchmesser trägt immer zur Zugkraft bei. Auch die Dicke spielt eine Rolle, allerdings weniger effizient. Eine Verdopplung der Dicke führt nicht zu einer Verdopplung der Festigkeit. Eine Verdopplung des Durchmessers? Das kommt einer Verdopplung der Festigkeit schon viel näher.

Profi-Tipp: Wenn Sie einen Scheibenmagneten in ein Bohrloch einbetten möchten, bohren Sie das Loch etwas tiefer als der Magnet ist. Geben Sie einen Klecks Epoxidharz hinein, drücken Sie den Magneten hinein und decken Sie die Stelle mit Furnier oder Spachtelmasse ab, damit der Verschluss unsichtbar ist. Ich habe das schon bei maßgefertigten Möbeln gemacht – es sieht aus wie Zauberei.

Schritt 4: Wählen Sie Ihre Güteklasse (für Neodym)

Neodym-Scheibenmagnete werden in die Klassen N30 bis N52 eingeteilt. Je höher die Zahl, desto stärker der Magnet.

Aber hier liegt die Nuance:

  • N35–N42: Gute Festigkeit, erschwinglich. Robuste Güteklassen.
  • N45–N48: Deutlich stabiler, aber spröder. Mit Vorsicht behandeln.
  • N50–N52: Höchste Festigkeit. Am teuersten. Zerbrechlich.

Für Projekte der Art 90% trifft N42 genau den richtigen Punkt. Man erhält eine beachtliche Zugkraft, ohne dafür einen Aufpreis zahlen zu müssen.

Wenn Sie dünne Scheibenmagnete (z. B. mit einer Dicke von 1 mm) herstellen, ist möglicherweise eine niedrigere Güteklasse wie N35 besser geeignet. Dünne Magnete hoher Güteklasse sind unglaublich zerbrechlich und zerbrechen wie Kartoffelchips.

Schritt 5: Wählen Sie Ihre Beschichtung aus

Neodym-Magnete rosten. Ohne Beschichtung korrodieren sie in feuchter Luft innerhalb weniger Wochen.

Gängige Beschichtungen:

  • Nickel-Kupfer-Nickel (NiCuNi): Der Standard. Silberfarbenes Finish, ordentlicher Schutz. Gut geeignet für den Einsatz in Innenräumen.
  • Vergoldung: Bessere Korrosionsbeständigkeit, cooles Design. Teurer.
  • Epoxidbeschichtung: Der beste Schutz. Ideal für den Einsatz im Freien oder auf See.
  • Zink: Eine günstigere Alternative zu Nickel, jedoch weniger langlebig.

Für Bastelprojekte im Innenbereich ist Nickel völlig ausreichend. Für einen Magneten, der im Freien oder im Badezimmer angebracht wird, sollten Sie Epoxidharz verwenden.

Ferrit-Scheibenmagnete benötigen keine Beschichtung – sie rosten nicht. Eine Sorge weniger.

Scheibenmagnete im Vergleich zu anderen Formen: Wann was verwendet wird

Scheibenmagnete sind nicht die einzige Option. Hier sehen Sie, wie sie im Vergleich zu anderen gängigen Formen abschneiden, damit Sie das richtige Werkzeug für Ihre Aufgabe auswählen können.

Vorteile von Scheibenmagneten

Scheibenmagnet:

  • Breite, flache Stangenfläche.
  • Starker Fokus auf die Gesichter.
  • Ideal zum Halten, Befestigen und Verschließen.
Scheibenmagnet vs. Stabmagnet

Stabmagnet:

  • Rechteckig, lang.
  • Das Feld erstreckt sich eher in Längsrichtung.
  • Besser für die Erkennung und Trennung.
Scheibenmagnet vs. Ringmagnet

Ringmagnet:

  • Loch in der Mitte.
  • Das Feld ist in der Mitte schwächer, an den Rändern stärker.
  • Ideal für Motoren, Stellantriebe und zum Gleiten auf Stangen.
Scheibenmagnete im Vergleich zu Zylindermagneten

Zylindermagnet:

  • Höher als breit.
  • Gleichmäßiges Feld entlang der Achse.
  • Gut geeignet für Sensoren und Aufnehmer.
Scheibenmagnete im Vergleich zu Hufeisenmagneten

Hufeisen-Magnet:

  • U-förmig, Stangen dicht beieinander.
  • Starkes Feld in einem kleinen Spalt.
  • Ein Klassiker für Hebevorgänge und Experimente.

Wann entscheidet man sich also für einen Scheibenmagneten statt für einen Zylindermagneten? Ganz einfach: wenn man eine starke, flache Befestigungsfläche benötigt. Scheibenmagnete bieten eine große Polfläche und eine geringe Bauhöhe – perfekt für Einbauanwendungen.

Ich habe alle diese Formen schon einmal verwendet. Scheibenmagnete sind aufgrund ihrer Vielseitigkeit unschlagbar. Sie sind so etwas wie das Schweizer Taschenmesser der Magnetwelt.

Häufige Fehler (und wie man sie vermeidet)

Ich habe damit schon schlechte Erfahrungen gemacht. Lass nicht zu, dass dir das auch passiert.

Fehler 1: Den Luftspalt vergessen. Ein Abstand von 1 mm zwischen Magnet und Stahl kann die Haltekraft um die Hälfte verringern. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Konstruktion stets etwaige Schichten (Lack, Furnier, Klebstoff).

Fehler 2: Den stärksten verfügbaren Magneten wählen. Zu starke Magnete können Produkte beschädigen oder Finger schwer einklemmen. Ich habe einmal einen Verschluss gebaut, der so stark war, dass er Schrauben aus dem Holz gerissen hat. Fangen Sie mit moderater Stärke an, testen Sie das Ergebnis und steigern Sie die Stärke dann schrittweise.

Fehler 3: Temperaturgrenzen ignorieren. Herkömmliche Neodym-Magnete verlieren bei Temperaturen über 80 °C dauerhaft ihre Magnetkraft. Prüfen Sie daher vor der Auswahl die Umgebungsbedingungen.

Fehler 4: Neodym nicht vor Feuchtigkeit schützen. Selbst die Vernickelung kann an den Kanten versagen. Wenn die Magnete im Freien oder im Badezimmer zum Einsatz kommen, sollten Sie epoxidbeschichtete Magnete verwenden.

Fehler 5: Magnete ohne Halterung aufbewahren. Lose gelagerte Scheibenmagnete ziehen sich gegenseitig an, können Absplitterungen verursachen und möglicherweise zerbrechen. Halten Sie sie mit Kunststoff-Abstandhaltern oder Stahlklammern voneinander getrennt.

Zusammenfassung

Also Was sind Scheibenmagnete? Kurz gesagt?

Es handelt sich um flache, kreisförmige Permanentmagnete, deren Durchmesser größer ist als ihre Dicke. Sie sind in der Regel axial magnetisiert, sodass sich die Pole an den großen Flächen befinden. Es gibt sie aus Neodym (am stärksten), Keramik (am günstigsten), Samarium-Kobalt (temperaturbeständig) und Alnico (klassisch). Dank ihres konzentrierten Magnetfelds eignen sie sich ideal zum Halten, zur Erfassung sowie für unzählige weitere Anwendungen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Bei den meisten Projekten sind N42-Neodym-Scheibenmagnete genau die richtige Wahl – hohe Festigkeit, angemessene Kosten.
  • Berücksichtigen Sie immer Luftspalten – Schon ein Millimeter mindert die Zugkraft.
  • Beschichtungen sind wichtig – Neodym mit Nickel oder Epoxidharz vor Rost schützen.
  • Das Stapeln funktioniert – Sie können bei der Prototypenentwicklung die Dicke erhöhen, um mehr Leistung zu erzielen.
  • Scheibemagnete sind überall zu finden – dein Kühlschrank, dein Handy, dein Auto, sogar medizinische Geräte.

Ich habe mich für Magnete interessiert, weil ich einen versteckten Schrankverschluss brauchte. Aus einem Projekt wurden zehn. Sie sind unendlich vielseitig einsetzbar, und sobald man die Grundlagen verstanden hat, findet man überall Gründe, sie zu verwenden.

Haben Sie ein Projekt im Sinn? Fangen Sie mit ein paar Neodym-Scheibenmagneten an und probieren Sie einfach mal aus. Sie werden staunen, was diese kleinen Scheiben alles können.

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